Essays

5 Histo-Klischees und wie man sie vermeidet: Eine Recherchehilfe

Klischees. Sie tauchen immer und überall auf und sind in den Augen vieler Leser_innen das Schlimmste, das einer Geschichte passieren kann. So weit würde ich nicht gehen, denn Klischee ist nicht gleich Klischee. Es gibt Klischees, die nur deshalb Klischees sind, weil sie so beliebt sind, und daran ist auch nichts Falsches. Man kann auch als Autor_in von historischen Romanen wunderbar mit Klischees spielen, indem man sie originell einbindet oder sie vielleicht untergräbt und in eine neue Richtung lenkt. Manche Klischees sind auch einfach okay, weil man sie mag. Das ist subjektiv und am Ende auch der Grund, weshalb wir bestimmte Geschichten mögen: Sie liefern das, was wir lesen möchten.

Heute soll es aber um Klischees gehen, die ein großer Teil der Histo-Leser_innen eben nicht mag. Natürlich ist auch das immer noch subjektiv. Deshalb habe ich versucht, für diese Liste Klischees auszuwählen, die mich nicht nur persönlich stören, sondern auch auf tieferer Ebene das historische Genre gleichzeitig auszeichnen und für viele Leser_innen weniger unterhaltsam machen. Dabei sind auch einige problematische Tropes, die immer wieder auftauchen und zumindest mir den Spaß an diesen Geschichten rauben. Und da ich mich nicht nur beschweren möchte, habe ich außerdem versucht aus meiner Perspektive als Vielleserin und Historikerin heraus zu erörtern, wie man diese Klischees am sinnvollsten vermeiden könnte.


Triggerwarnung
Ich erwähne sexualisierte Gewalt, die Hexenverfolgung und misogyne historische Muster

1. Wie finster war das Mittelalter wirklich?

Wenn ich meinen Freund_innen erzähle, was ich wieder für historischen Unfug gelesen habe | Aus “Das Buch von der Stadt der Frauen” von Christine de Pizan, ca. 1413

Man kennt es: Eine Geschichte spielt im finsteren Mittelalter. Die Menschen sind arm, schmutzig, die gesellschaftlichen Konventionen sind verroht, die Gesetze streng und Strafen drakonisch. Jede Woche wird eine Hexe verbrannt (siehe unten) oder jemand auf andere Weise hingerichtet, und außer den ranghöchsten Adeligen, die in Fellmänteln und goldbestickten Mützen auftreten, hat niemand Rechte. Besonders die Landbevölkerung schuftet unter den schlimmsten Bedingungen und hat nichts davon, niemand wird über dreißig Jahre alt. So war das Mittelalter. Oder? So wird das Mittelalter in historischer Fiktion oft dargestellt, das passt wohl etwas besser. Denn Das Mittelalter war anders als man denkt.

Mittlerweile findet man dieses Mittelalterbild nicht nur in historischen Medien, sondern auch in mittelalterlich inspirierter Fantasy und es treibt immer neue Blüten. Es ist das Klischee im historischen Genre, das sich über die Jahrzehnte verselbstständigt hat. Das liegt zum einen daran, dass dieses negative Mittelalterbild bereits entstanden ist, als das Mittelalter in einigen Regionen Europas noch nicht einmal beendet war. Die Renaissance gilt nicht nur heute als neuer Zeitabschnitt: Man besann sich in dieser Zeit bewusst auf die Lehren der Antike zurück und lehnte die des Mittelalters rigoros ab. Mit diesem bewussten Schnitt ging natürlich einher, dass man das Vorhergegangene als schlechter wahrnahm.

Die beeindruckenden Kathedralen der Romanik und Gotik wurden nun als hässlich empfunden, die mittelalterlichen Lehren als rückständig. Das Mittelalter als düsterer Zeitabschnitt, der jetzt endlich vorbei ist, bürgert sich ein. Tatsächlich vollzog sich dieser Wandel in Gesellschaft, Politik und Kunst nicht so schlagartig, wie man meinen könnte und begann bereits im Mittelalter und nicht erst danach. Und natürlich ist auch die Idee der Renaissance als helles, fortschrittliches Zeitalter und des Mittelalters als dunkel und gefährlich viel zu schwarzweiß gedacht – findet jedoch immer wieder ihren Weg in historische Medien. Nein, natürlich war die Welt im Mittelalter für viele Menschen nicht besonders rosig. Es gab dutzende Missstände, über die es sich zu schreiben immer wieder lohnt.

Aber nur die Missstände zu beschreiben und die Fortschritte in Wissenschaft, Architektur, Kunst und Philosophie außen vor zu lassen, zeichnet ein sehr einseitiges Bild einer spannenden Epoche, die mehr kann als schmutziger, verrohter, brutaler Schauplatz sein. Über das Mittelalter schreiben ist schwer. Sich zusammenzusammeln, was man in Filmen, Serien und anderen Romanen gesehen hat, ist leichter. Trotzdem ist es wichtig, sich als Autor_in klarzumachen, was für eine anspruchsvolle Epoche das Mittelalter ist und worauf man sich einlässt, wenn man darüber schreibt. Beginnen könnte man mit dem Epochenbegriff an sich und wie viele Jahrhunderte er einschließt, doch das würde jetzt zu weit führen.


2. Die Hexenverfolgung

Ein weiteres Klischee des Historienromans ist die Hexenverfolgung, die oft ins finstere Mittelalter verlegt wird, weil sie so gut in diese düstere, rohe Zeit zu passen scheint. Tatsächlich ist die europäische und amerikanische Hexenverfolgung jedoch ein Phänomen der Frühen Neuzeit, also der Epoche nach dem Mittelalter, also unter anderem ein Phänomen der strahlenden Renaissance, das sich auch nicht in der gesamten westlichen Welt gleichzeitig und aus den gleichen Gründen vollzog. Sie hat mit der Inquisition des Mittelalters durchaus auch zu tun, aber längst nicht so viel, wie historische Medien uns weismachen wollen. Leider wird dieses komplizierte Stück Geschichte in meinen Augen auch viel zu oft und unangemessen lapidar aufgearbeitet.

Die Hexenverfolgung ist im Bewusstsein vieler Menschen etwas sehr Schwammiges, das sie einerseits fest im Mittelalter verorten, andererseits aber auch gern mal auf alle anderen historischen Epochen übertragen, um darzustellen wie rückschrittlich diese gewesen seien: Mein persönliches Lowlight war der Roman, der im Dänemark des späteren 19. Jahrhundert spielte, indem noch immer öffentliche Hexenverbrennungen stattfanden. Was dabei unter den Tisch fällt, ist der durch und durch politische, religiöse und auch misogyne Charakter dieses Phänomens, der mit der Politik und den Wertvorstellungen der Frühen Neuzeit eng zusammenhängt – nicht mit denen des Mittelalters – und zum Beispiel im 19. Jahrhundert einfach nicht mehr in dieser Form zutrifft.

Dieses Klischee ist daher auch einfach zu vermeiden. Wenn euch der Gedanke kommt “Hey, ich muss zeigen, wie rückschrittlich und brutal diese Menschen sind! Ich hab’s, ich baue eine Hexenverfolgung ein!”, dann verwerft ihn einfach wieder. Die Hexenverfolgung war die Verfolgung von größtenteils Frauen aus politischen und religiösen Gründen in der Frühen Neuzeit, die sich von Gegend zu Gegend und Jahrzehnt zu Jahrzehnt unterscheiden können. Sie ist ein schrecklicher Massenmord, kein Gimmick, mit dem ihr euren Roman aufpeppen könnt. Ihr wollt einen Roman über die Hexenverfolgung schreiben, der sich mit genau diesen komplexen Thematiken auseinandersetzt? Okay.

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, wo und wann ihr euch befindet und euch dann mit den politischen, religiösen und gesellschaftlichen Einstellungen dieser Gegend und Zeit vertraut zu machen. Warum und wie wurden Menschen, größtenteils, aber nicht nur, Frauen, als Hexen verfolgt? Stelle ich meine “Hexe” als Opfer dar oder hafte ich ihr am Ende eine gewisse Mitschuld an? (Was man meiner Meinung nach nicht tun sollte.) Ist mir bewusst, wie sehr das Frauenbild der Epoche und dieses Settings die Hexenverfolgung beeinflusst? Das sind Fragen, die sich Autor_innen stellen sollten, bevor sie über die Hexenverfolgung schreiben. Die Hexenjagd als Gimmick für den eigenen Roman, das kaum aufgearbeitet wird, ertrage ich langsam kaum noch.

Ich möchte weniger Romane sehen, in denen die weise Kräuterfrau aus dem Wald aus reinem Aberglauben als Hexe verfolgt wird, und mehr Romane, in denen die deutlichen politischen und misogynen Komponenten komplex aufgeschlüsselt werden. Denn während ärmere, machtlosere Frauen natürlich eher in Gefahr liefen, als Hexen verfolgt zu werden, konnte es von der Dienstmagd bis zur Gutbürgerlichen oder Adeligen alle treffen (zum Beispiel Katharina Kepler und Sidonia von Borcke) und es war weniger Aberglaube im Spiel, als strenge Wertvorstellungen und Frauenbilder. Ein gutes Beispiel sind hier die Hexenprozesse von Salem in den USA im Jahr 1692, die stark von puritanischen Frauenbildern geprägt waren.


3. Schwarzweißdenken und historischer Feminismus

Wie ich mich fühle, wenn Histos mir erzählen wollen, was Frauen alles nicht durften | “In Gedanken”, Félix Armand Heullant, 19. Jh.

Das ist das Klischee, das mich wohl persönlich am allermeisten stört: Während (cis) Männer sich alles herausnehmen dürfen und niemals Konsequenzen tragen müssen, dürfen Frauen überhaupt nichts und ihnen wird nur Unrecht angetan. Auch hier spielt viel Unverständnis für historische Epochen und Schwarzweißdenken eine große Rolle. Denn: Ja, natürlich, in vielen vergangenen Epochen sah es, was die Rechte der Frau angeht, nicht allzu gut aus. Wichtig ist aber auch hier, sich ganz am Anfang hinzusetzen, Setting und Epoche zu bestimmen und sich anzusehen, welche Rechte Frauen genau an diesem Ort zu dieser Zeit hatten oder nicht hatten. Eine allgemeingültige Aussage für alle Epochen gibt es nicht, auch, wenn historische Medien es immer wieder so darstellen.

Im Deutschland der 1830er Jahre gelten komplett andere Gesetze und soziale Regeln als im England der 1560er – oder sogar im England der 1830er. Auch hier scheinen sich Autor_innen oft damit zufrieden zu geben, was sie in Filmen, Serien und Romanen sehen: Frauen tragen lange, als unpraktisch dargestellte Kleider und müssen nähen und sticken, sind der Besitz des Vaters oder Ehemanns, haben keinerlei Rechte, dürfen nicht lesen oder das Haus verlassen und schon gar nicht davon träumen, unabhängig zu sein. In diesem Klischee steckt ein bisschen Wahrheit, aber vor allem sehr viel Irrglaube. Deshalb ist es so wichtig, sich nicht einfach dieses Klischee zu greifen und auf jede historische Epoche anzuwenden, sondern sich wirklich auszukennen.

Faktoren, die bedacht werden müssen, sind immer auch gesellschaftlicher Stand und Herkunft, die individuelle Vor- und Nachteile mitbringen. Eine adelige Frau ist deutlich privilegierter als eine Dienstmagd aus dem unteren Bürgertum. Auch sie erlebt Einschränkungen, allerdings nicht dieselben wie die Magd, und verfügt zudem über deutlich mehr Privilegien. Deshalb ist das adelige Mädchen, das sich bei der Dienstmagd darüber beschwert auf wie vielen Bällen es tanzen muss und wie langweilig die Musikstunde war, ein Klischee, das ich nicht mehr lesen möchte, denn diese beiden Frauen stehen nicht auf derselben gesellschaftlichen Stufe, sondern sind ebenfalls in einem ungleichen Machtverhältnis gefangen, bei dem die Dienstmagd die eindeutige Verliererin ist.

Es sollte nicht darum gehen, was “Frauen” als große Masse “früher” durften oder nicht durften, sondern darum, welche Rechte eine Frau in der Position eurer Heldin tatsächlich hatte oder nicht hatte. Die Geschichte eines gutbürgerlichen weißen Mädchens im Marseilles von 1763 sieht komplett anders aus als die einer lesbischen Dienstbotin im London 1912 oder die einer trans Frau im Berlin von 1927. Diese gesellschaftlichen Unterschiede sind wichtig. Verlasst euch nicht auf alte Klischees, die oft selbst noch in Misogynie getränkt sind – Denn sie verzerren nicht selten sogar das Geschichtsverständnis eurer Leser_innen. Ein generelles “Frauen durften sowieso nichts” ist nicht so feministisch wie ihr denkt und zudem eine Beleidigung für die komplexe Geschichte der Frauenrechte.


4. Moderne und historische Schönheitsideale

Auf dieses Klischee hat mich Histolicious aufmerksam gemacht, aber ich empfinde es ebenfalls nicht nur als störend, sondern als problematisch. In historischen Romanen sind meistens alle Held_innen, ungeachtet der Epoche und ihrer Schönheitsideale, nach modernen Idealen normschön. Das ist ein Problem, weil es moderne Schönheitsideale in den Köpfen von modernen Leser_innen verfestigt. Wie kein zweites bietet das historische Genre die Chance Merkmale als schön darzustellen, die nach unseren modernen Idealen nicht als schön galten. Stattdessen wird man immer wieder mit der blassen, rothaarigen Schönheit, deren Taille man mit beiden Händen umfassen kann (danke für dieses Klischee, Laura Ingalls Wilder) konfrontiert – Historisches Verständnis von Schönheit konnte mehr als das.

Leider bedient das Genre meistens jedoch verletzende Klischees und liefert eher Body Shaming als positive Botschaften: Die moralisch einwandfreien Held_innen sind schön und schlank, während die bösen Figuren als “hässlich” dargestellt werden. Viel zu oft sind es in historischen Romanen nur dicke Männer, die im historischen Roman (sexualisierte) Gewalt anwenden. Böse Frauen sind ebenfalls dick oder auch mal “zu groß und dünn” und haben beinahe immer “Makel”, über die sich die schönen Held_innen erheben können. Nicht nur funktionieren so die Schönheitsideale in historischen Gesellschaften nicht, dieses Klischee ist auch durch und durch verletzend für beinahe allen modernen Leser_innen.

Ich denke, dass dieses Klischee eines ist, von dem sich viele Autor_innen und Leser_innen vielleicht gar nicht bewusst sind, dass es eines ist. Und ich weiß, dass es schwierig sein kann, historische Schönheitsideale zu recherchieren, schon allein, weil es mittlerweile auf Youtube viele Videos gibt, die schlicht und ergreifend Falsches zeigen. Die meisten “100 Years of Beauty”-Videos sind zwar unterhaltsam, wollen euch aber eher die (modernen) Accessoires und Schuhe verkaufen, die dabei gezeigt werden, anstatt historische Schönheitsideale zu zeigen. Bei diesem Punkt bin ich tatsächlich Verfechterin eines ganz anderen Konzepts: Kein Roman, ob historisch oder nicht, muss bestimmte Merkmale als “hässlich” darstellen. Body und Fat Shaming, ob historisch oder modern, dürfen aus dem Genre gern komplett verschwinden.


5. Held_innen mit modernem Fachwissen

“Es war 1822, doch sie besaß das medizinische Wissen einer Frau, die im 21. Jahrhundert Medizin studiert hatte.” | Portrait einer brieflesenden Frau, Pierre-Alexandre Wille, 1776

Dieses Klischee ist etwas schwieriger. Ich verstehe die Motivation dahinter, die eigenen Held_innen im historischen Setting besonders intelligent und fortschrittlich wirken zu lassen. Natürlich möchte man nicht, dass die Figur, mit der die Leser_innen mitfühlen sollen, zeitgenössischen Bias zu sehr zur Schau trägt und das muss man auch nicht. Ich sage es lieber vorweg: Natürlich ist es vollkommen legitim, seine Held_innen fortschrittlich denken zu lassen. Aber eben so, wie es die Epoche erlaubt. Leider ist es nämlich selten so, dass die Held_innen in Histos alle Proto-Feminist_innen sind, die sich gegen Diskriminierung einsetzen. Denn das ist nicht “historisch nicht korrekt”: Schon Mary Wolstonecraft und ihre Tochter Mary Shelley taten es im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert und sie sind nur zwei Beispiele von vielen.

Viel eher haben sie das “Held_in aus der Zeitmaschine”-Syndrom: Sie sind ohne Erklärung mit modernem Wissen und Theorien ausgestattet und wissen schon als Jugendliche alles deutlich besser, als ihre Zeitgenossen. Vierzehnjährige Mädchen, die nie zur Schule gehen konnten, sind bessere Ärztinnen als professionell ausgebildete Mediziner_innen. Der Kammerdiener weiß, dass das politische Manöver seines Hausherren natürlich schiefgehen wird, als hätte er den modernen Wikipedia-Artikel zu genau diesem Manöver und seinem Verlauf und Ausgang gelesen. Und genau so liest sich das oft: Als hätten diese Held_innen Zugriff auf moderne Fachlektüre gehabt.

Egal wer sie sind, sie verstehen ihre Epoche deutlich besser als alle Zeitgenossen, sehen alle Missstände, die anderen natürlich nicht auffallen, und wissen auch immer die perfekte Lösung, können sie aber tragischerweise nicht umsetzen, da sie meistens in machtlosen Rollen feststecken. Anders machen könnte man es, indem man seine Held_innen zwar fortschrittlich denken lässt, aber ihrer Epoche und ihren Möglichkeiten gerecht. Natürlich kann eure vierzehnjährige Heldin ein gutes Verständnis von Medizin haben, weil ihre Mutter Hebamme war, und der Dienstbote kennt sich vielleicht gut mit der politischen Lage aus, weil er heimlich die weggeworfenen Tageszeitungen seines Dienstherren liest. Trotzdem hat er keine Fachliteratur aus dem 21. Jahrhundert gelesen und sie hat nicht 2019 Medizin studiert. Das ist ein Unterschied.

Die Autor_innen dieser Romane haben ihre Recherche sicherlich gut gemacht. Wichtig ist aber, sich davon ein Stück weit zu distanzieren, denn das Problem ist meistens, dass der Ton der modernen Fachliteratur in den Roman einfließt. Das ist schwerer als es klingt, aber es lohnt sich. Denn wenn es einem gelingt, die riesige Menge an Recherche, die man gemacht hat, subtil und natürlich in den Roman einfließen zu lassen, anstatt sie mit Macht zwischen die Zeilen zu zwingen und die moderne Forschung am besten noch dazu, gibt das der Atmosphäre deutlich mehr als Held_innen, die alles wissen und alles können. Das soll aber nicht heißen, dass Held_innen nicht in dem Sinne “modern” denken dürfen, dass sie gegen soziale Ungerechtigkeiten sind. Denn Menschen, die diese durchschaut haben, gab es immer schon.


Beitragsbild: “Sibilla che legge”, Simone Cantarini, ca. 1630-1635

2

2 Kommentare

  • Nicole

    Ein wirklich toller und sehr ausführlicher Beitrag über einige Klischees, die mich auch stören. Ich lese zwar bisher noch weniger Historische Bücher, aber schaue viele Filme und Serie in dem Genre und da begegnen einem ja einige der Klischees. Gerade was die Optik der Figuren anbelangt zeigt man uns da eine romantisierte Version, in der alle wunderschön und schlank sind, was null dem damaligen Schönheitsideal entspricht. Da fände ich eine Serie, die dem treu bleibt ebenfalls mal erfrischend. Was das Mittelalter anbelangt ,da hat sich dieses dunkle, brutale Zeitalter definitiv in den Köpfen der meisten festgesetzt. Ich finde die Zeit ja unglaublich interessant und weiß deshalb, dass das nur eine Seite ist.

    Ansonsten viele interessante Fakten und Klischees, an die ich bisher nicht gedacht habe, wie das mit der Hexenverfolgung.

    23. August 2019 at 12:41 Kommentieren
  • Verena

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Mir geht es oft genauso und ich könnte nur mit den Augen rollen wenn die hübsche Sonstwas-Tochter durch die schlammigen Gassen ihres mittelalterlichen Städtchens stapft (im Mittelalter hat es auch sehr viel geregnet und nur selten die Sonne geschienen) wieder einen Weidenrindentee kocht.

    Übrigens, ich las mal eine Sammlung an Briefen, ich glaube alle aus dem Mittelalter, von ganz normalen Leuten (keine Politik) Und das war sehr erhellend und unterhaltsam. Einfach das normale Leben. In den Herzen nicht viel anders als heute

    14. November 2019 at 07:37 Kommentieren
  • Schreibe einen Kommentar